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Weihnachtsabend
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 24.12.2006
Weihnachtsabend
Die
fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinderjubel und des Markts Gebraus.
Und wie der Menschenstrom mich fort gespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!" Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.
Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlecht es mochte sein,
erkannt’ ich im Vorübertreiben nicht. |
Nur vor dem Treppenstein,
darauf es saß,
noch immer hört’ ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!" den Ruf ohn’ Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.
Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.
Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh. |
von Theodor Storm
Mit diesen
besinnlichen und zum Nachdenken anregenden Zeilen von Theodor Storm
möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem
Onlinejournal bedanken.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes
Weihnachtsfest, glückliche, besinnliche und erholsame Stunden im
Kreise Ihrer Lieben und das Gefühl von Freude und Dankbarkeit
dafür, daß es uns und unseren Kindern trotz aller Mühen
und Sorgen des Alltags heute besser geht, als jenem kleinen Kindlein
auf den steinernen Stufen in der winterlich-kalten Stadt.
Mögen Sie Frieden und Ruhe finden, gesund bleiben und mit viel
Energie und Tatendrang in ein glückliches Jahr 2007 starten.
Ihr/Euer
Dipl.-Ing.
Andreas Peter Müller
- Redaktion von "Müllers-Seiten" -
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