
Sind die
Ostdeutschen ausländerfeindlicher?
von
Heinz Eggert | (c) h.e. | 26.08.2007
Statt Ost-West-Diskussionen zu führen,
sollten wir in ganz Deutschland unsere Kräfte gegen Rechts
bündeln.
Wenn Vorurteile zu Urteilen werden leben sie sehr
lange. Wir erleben es bei der Diskussion über Mügeln. Die
Ermittlungsergebnisse stehen aus, aber das Urteil steht schon fest: Ein
rechtsradikaler Angriff auf Ausländer, denn Mügeln liegt im
Osten und da kann es keine „ normale“ Bierzeltschlägerei gewesen
sein.
In Hamburg werden seit langem Fensterscheiben von ausländischen
Restaurants eingeworfen. Vor Ort werden NPD Aufkleber gefunden.
Bestimmt Ostdeutsche! Denn die haben ja vor Jahren auch in
westdeutschen Städten Häuser angezündet, in denen
Türken lebten, die haben ja auch Republikaner und Neonazis in
westdeutsche Parlamente gewählt. Oder?
Ironie beiseite.
Natürlich gibt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch bei uns!
Regional sehr unterschiedlich. 2006 waren die Zahlen in
Mecklenburg-Vorpommern niedriger als in Hamburg oder
Schleswig-Holstein. Sachsen hat 2006 eine deutliche Senkung der
Gewaltzahlen erfahren. NRW liegt vorne. Das zeigt, die Einteilung
Ost-West ist einfach falsch.
Statt solcher Diskussionen sollten wir in ganz Deutschland unsere
Kräfte gegen Rechts bündeln,
Oder?
Heinz Eggert
Staatsminister
a.D, MdL
(Gastbeitrag -
Abgedruckt
in
der Sächsische Zeitung vom 26.08.2007/hier
veröffentlicht mit freundlicher
Genehmigung des Autors)