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Montag, 15.12.2008  

Autor: Heinz EggertIhr Kinderlein  kommet

von Heinz Eggert | (c) h.e. | 11.12.2008

Eine Weihnachtsgeschichte und die Frage: Wir sind doch nicht blöder als der Esel, oder?
Viele Vorbereitungen gilt es  zu treffen, wenn ein Kind geboren wird. Eigentlich im Umfang über Jahrzehnte unverändert. Dachte ich, selbst Vater von vier Kindern, noch bis vor kurzem.
Aber dann erzählte mir eine junge Mutter, dass sie einige Tage nach der Geburt, bei allen sieben Mietparteien im Haus geklingelt habe um um Verständnis zu werben. Also nicht, um die Freude über das neugeborene Kind weiter zu tragen, sondern um sich im Vorfeld dafür zu entschuldigen, dass das Baby ja auch schreien könnte und den Lärmpegel im Haus verstärkt.
Ich schaute ziemlich verständnislos drein und fragte mit welchen Typen sie im Hause denn so zusammenlebe. Völlig normale, sagte sie, aber eine Freundin habe es halt erlebt, dass sie mehrmals im Haus angepöbelt wurde, weil ihr krankes Kind nachts durchdringend schrie. Schließlich gebe es auch ein Recht auf Ruhe im Haus, war das Argument.
Deshalb wolle sie nur vorbeugen!

Verkehrte Welt!

Während in der großen Politik immer wieder überlegt wird, wie Kindern und kinderreichen Familien geholfen werden kann, werden Kinder beim Spielen auf der Straße beschimpft, Rasenflächen gesperrt- natürlich für die Kinder und nicht für die Hunde- stört der Lärm der Kinder beim Ballspielen mehr, als der Verkehrslärm.
Vielleicht liegt es auch daran, dass jeder ein Auto, aber nicht jeder ein Kind hat.
Als Freunde mit ihren fünf Kindern eine Ferienwohnung buchen wollten, war die erste Frage, ob sie gegen eventuelle Schäden versichert seien.
Natürlich nerven auch Kinder, besonders wenn sie müde, trotzig, gelangweilt oder zu quirlig sind. Aber was, außer ihrem Alter unterscheidet sie von uns Erwachsenen?
Erwachsene sind Persönlichkeiten mit Würde und Rechten. Kinder nur Störfaktoren??
Als ein Nachbar sich mehrere Male über ihren dreijährigen Sohn beschwert hatte, war die Antwort der Mutter: Seien Sie mal nett zu meinem Sohn, vielleicht wechselt er  später  in einem  Pflegeheim mal  ihre Windeln!

Vor kurzem las ich in eine  Weihnachtsgeschichte, in der sich  die Tiere  über Weihnachten unterhielten.
Die Hauptsache an Weihnachten sei der Gänsebraten, meinte der Fuchs. Ein neues Kleid, meinte der Pfau. Viel Schmuck, meinte die Elster.
Pennen und mal richtig ausschlafen, meinte der Dachs. Und saufen gehört dazu, ergänzte ihn der Ochse. Richtig einen saufen und dann pennen.
Ausgerechnet der Esel fragte den Ochsen: Denkst Du denn überhaupt nicht an das Kind! Das Kind ist die Hauptsache an Weihnachten! Und weiter fragte der Esel; Hoffentlich wissen das auch die Menschen?
Natürlich wissen wir das. Wir sind doch nicht blöder als der Esel.

Oder?

Heinz Eggert

Staatsminister a.D, MdL

Gastbeitrag - Veröffentlicht in der Morgenpost vom 14.12.2008/hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors
Veröffentlicht am Montag, 15. Dezember 2008 in: | Chemnitz-Report!
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