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Wahl
eines neuen
CDU-Ortsverbandsvorstandes - Interessanter
Wettstreit der Gegensätze
von
Andreas Peter Müller | (c) Chemnitz-Report! Unabhängiges
Journal aus Chemnitz! | 11.10.2005
Der CDU-Ortsverband
Kaßberg-Rabenstein entschied zwischen zwei starken und
engagierten Politikern. Peter Patt - Vertreter der eher "stillen"
CDU-Mitglieder aus konservativen Kreisen - trat gegen den
wertkonservativen Basispolitiker Andreas Müller an.
Das
"Herrenzimmer" in der Rabensteiner Gaststätte "Felsendome" war
zum Bersten gefüllt. Das Interesse an der Wahl war so groß,
daß neben zahlreichen Gästen auch fast doppelt so viele
Mitglieder erschienen waren, wie dies sonst bei Vorstandswahlen oder
Mitgliederversammlungen des größten chemnitzer Ortsverbandes
üblich ist.
Einen Monat nach dem überraschenden Rücktritt des bisherigen
Vorsitzenden, Gerald Hübler, und der Bereitschaftserklärung
von Andreas Müller, für die Funktion des Vorsitzenden zu
kandidieren, hatte auch der Landtagsabgeordnete, Peter Patt seine
Kandidatur angemeldet. Somit hatten die Mitglieder die
Möglichkeit, zwischen zwei gestandenen CDU-Politikern zu
wählen, welche neben Gemeinsamkeiten auch gleichzeitig grundlegend
unterschiedliche Entwicklungsabsichten für der Ortsverband anboten.
So steht Peter Patt für eine straffere Organisation der
Ortsverbände mit Tendenz zum Zusammenlegen, während Andreas
Müller den ortsnahen, eher kleinen Ortsverband
favoritisierte, welcher wieder auf verstärkte
Mitgliedereinbeziehung, insbesondere auch aus den immer öfter von
Veranstaltungen fernbleibenden Stadtteilen Rabenstein, Rottluff und
Altendorf, abzielen sollte. Darüber hinaus sprach sich Andreas
Müller für eine Förderung des Gemeinschaftsgefühls
u.a. mittels der Durchführung auch weniger politischer
Veranstaltungen aus, während Peter Patt auf die Differenzierung
der Mitgliedereinbindung nach "stillen", aktiven und teilnehmenden
Mitgliedern setzte. Einig waren sich beide Kandidaten bei der
Öffnung der Veranstaltungen für CDU-interessierte Bürger
ohne Parteizugehörigkeit. Herr Patt setzte in seiner Vorstellung
auf die Einbringung seiner Amtsautorität und Logistik aus seinem
Landtagsmandat und die kritische Auseinandersetzung mit dem
Kreisverband im Interesse des Ortsverbandes. Herr Müller sprach
sich für eine Öffnung des Führungsstils durch Umwandlung
des Vorstandes zu einem echten Dienstleister für die Mitglieder
und die Einbeziehung von Stadträten, Landtagsabgeordneten und
Vertretern der Vereinigungen über Kooptierungen in die
Vorstandsarbeit aus.
In geheimen Wahlgang konnte sich Herr Patt sich mit 19 zu 13 Stimmen
durchsetzen und führt nun für zwei Jahre den Ortsverband.
Für die anschließende Wahl des Stellvertreters stand Herr
Müller zunächst nicht zur Verfügung. Zum Einen
befürchtete er eine Zerreissen des Ortsverbandes infolge der
unterschiedlichen Ansichten über dessen Entwicklung, zum Anderen
wollte er nicht gegen den langjährigen stellvertretenden
Vorsitzenden, Thomas Hirsch, gegen kandidieren, welchem er
ausdrückliche eine Fortsetzung seines Mandats wünschte. Auf
Antrag mehrerer Mitglieder wurde daraufhin die Anzahl der
Stellvertreter auf 2 erhöht und darauf hingewiesen, daß
Änderungen zum Ortsverband Mehrheitsentscheidungen der Mitglieder
bedürften. Daraufhin lies Herr Müller seine Bedenken gegen
eine eigene Kandidatur fallen. Gleichzeitig zog aber auch Herr
Alexander Schulz seine vorher getätigte Rücknahme der
Kandidatur wieder zurück.
Nach geheimer Wahl wurden Andreas Müller (23 Stimmen) zusammen mit
Alexander Schulz (19 Stimmen) zum stellvertretenden Vorsitzenden
gewählt. Der amtierende Stellvertreter Thomas Hirsch unterlag
knapp (18 Stimmen).
Als Beisitzer gehören dem Vorstand weiterhin an: Thomas Hirsch (25
Stimmen), Herbert Engels (17 Stimmen) und Dr. Gerhard Schultz (16
Stimmen). Die bisherige Schatzmeisterin, Andrea Paus wurde ohne
Gegenkandidatin mit 2 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen im Amt
bestätigt.
Vorbereitet und materiell abgesichert wurde die Wahlveranstaltung von
Andreas Müller in Abstimmung mit dem Vorstand. Durch die Wahl
führte Herr Ralf Tittes.
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