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"Handlungsempfehlungen"
zum Umgang mit Die Linken ?
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 19.11.2008
Ist
die weitgehende Gleichsetzung von Die Linken mit der NPD realistisch?
Der sächsische
CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Steffen Flath
plädiert mit der Herausgabe von Handlungsempfehlungen "zum Umgang
mit Fraktionen, die eindeutig oder in Teilen extremistische Ziele
verfolgen" für eine weitgehende Gleichsetzung von NPD und Die
Linken. "Für
die CDU kann es keine Zusammenarbeit mit der NPD und der Linken
geben. Sind für Mehrheiten Koalitionen oder zeitweilige
Bündnisse
notwendig, ist die Zusammenarbeit mit den unzweifelhaften Demokraten zu
suchen." Anträge von
„Parteien am rechten und linken Rand“ seien „generell abzulehnen“.
Chemnitz
- der Stein des Anstosses?
Im Zuge des Eklats bei der Dezernentenwahl im
Stadtrat von Chemnitz,
bei dem sich u.a. der bei Teilen der städtischen Bevölkerung
- und wohl auch des Stadtrates - heftig umstrittene
CDU-Bürgermeister Berthold Brehm sowie der von Die Linken
nominierte parteilose Kandidat Mico Runkel gegen die Bewerber der SPD
(Axel Brückom gegen Berthold Brehm/Stephan Kassel gegen Mico
Runkel) mit fast identischen Stimmzahlen klar durchsetzen konnten,
wurde ein
Deal zwischen CDU und Die Linken unterstellt. Auch wenn ein Deal
nicht nachweisbar ist (geheime Abstimmung) und von beiden Fraktionen
nachhaltig bestritten wird, sorgte dies nicht nur in Chemnitz, sondern
deutschlandweit für Aufsehen und Diskussionen. Dass dies
möglicherweise der Stein des Anstosses für die Handlungsempfehlungen des
Fraktionsvorsitzenden der
CDU-Landtagsfraktion Steffen Flath war, scheint sehr
wahrscheinlich, auch wenn er es zunächst nur als Hilfestellung
für die Parteifreunde der zehn, in diesen Sommer neu gebildeten
Kreistage bezeichnete, in welchen die NPD überall vertreten ist.
Auf
die Chemnitzer
CDU-Stadtratsfraktion haben diese Thesen aber wohl bisher kaum Auswirkungen, da man als Beobachter in
den Sitzungen des
Stadtrates von
Chemnitz sich des Eindruckes nur schwer erwehren kann, dass in letzter
Zeit - trotz deutlicher inhaltlicher und moralischer Abgrenzung
voneinander - bei offenen Abstimmungen immer mal wieder ein gleiches
Abstimmungsverhalten von CDU und Die Linken feststellbar ist, selbst
bei Themen und Beschlussvorlagen, wo dies eigentlich nicht zu erwarten
wäre - und auch dort, wo die CDU Änderungs- oder
Beschlussanträge selbst formulierte. Eigentlich ein ganz normaler
Vorgang in einem demokratischen Gremium wie dem Stadtrat, sollte man
meinen, wären da nicht die andersgearteten Handlungsempfehlungen
aus Dresden.
Was kann
Herrn Flath zu einem derart drastischen Vergleich von Die Linken mit
der NPD bewegt haben?
Die Gleichsetzung von NPD und Die Linken
fusst auf zwei Säulen:
Zum einen wird auf die Vergangenheit der Partei, als Nachfolger der
ehemaligen SED, und damit einer als extrimistisch eingestuften
Organisation, Bezug genommen. Zum anderen wird angeführt, dass Die
Linken auch als kommunistisch und ähnlich extrem eingestuften
Mitgliedern sowie Vertretern der ehemaligen DDR-Diktatur eine
politische Heimat bieten.
Die Wurzeln von Die Linken sind sicher unstrittig. Die SED wurde nie
aufgelöst, sondern hat sich nur mehrfach umbenannt. Das sie sich
durch Ab- und Zugänge auch grundlegend gewandelt habe, wird
unterschiedlich gesehen. Als Tatsache dürfte wohl einzustufen
sein, dass sie sich bereits mit ihrer Wandlung zur PDS als Partei
(insgesamt) zum Grundgesetz der Bundesrepublik bekannt und sich zur
Demokratie verpflichtet hat. Ob dies auch von allen Mitgliedern so
gesehen wird, ist insbesondere beim politischen Gegner heftig
umstritten. Spätestens nach der Vereinigung mit der WASG und dem
Hinzustossen zahlreicher Westdeutscher dürfte die Wurzel "SED"
zunehmend an Bedeutung verloren haben, zumal auch viele der ehemaligen
DDR-Genossen 20 Jahre nach der Wende mittlerweile altersbedingt aus der
Partei ausschieden oder an Einfluss verloren. Mit Übernahme der
Führung durch Oskar Lafontaine - dem man möglicherweise
Populismus nachsagen kann, kaum aber Extremismus oder
Demokratieinfragestellung - ist diese Partei eigentlich nur schwerlich
noch mit der SED gleichsetzbar. Zu groß dürften mittlerweile
die Unterschiede in Struktur, Führungsstil, Programmatik und
Zielen sein.
Ganz anders ist wohl die Problematik von zum Extremismus und
Radikalismus neigenden oder ihm nahestehenden Mitglieder zu betrachten,
analog wie die Problematik der noch vorhandenen Altkader aus MfS und
SED-Führung. Hier dürfte wahrscheinlich durchaus davon
gesprochen werden, dass ein Teil von Ihnen bei Die Linken eine
politische Heimat gefunden hat. Die Frage, welche sich hier
aufdrängt, lautet: Stellen sie die Demokratie und das Grundgesetz
der Bundesrepublik Deutschland in Frage und bestimmen sie die Politik
der Partei?
Umgang mit
radikalen ud extremistischen Mitgliedern
Demokratische Parteien habe u.a. auch die
Aufgabe, zu verhindern, dass
sich politisch engagierende Menschen mangels politischer Heimat in
extremistische Parteien zurückziehen und dort zum Schaden der
Demokratie wirken. Die CDU und CSU dürften hier - trotz aller
Probleme - hervorragende Arbeit geleistet haben, in dem sie auch
relativ weit rechts stehende oder stark national orientierte Menschen
in ihrer Partei Mitgliedschaft und Mitwirkung anboten, ähnlich wie
sie nach dem Ende der Hitlerdiktatur auch Mitgliedern der NSdAP, sofern
sie sich keiner Verbrechen schuldig gemacht hatten, eine Chance
für einen demokratischen Neubeginn boten. Hier dürfte die
Aussage von Herrn Flath, dass es ureigendste Aufgabe der CDU ist, die
NPD zu bekämpfen, ihre wahre Begründung haben. Einbinden in
die demokratischen Parteistrukturen statt Ausgrenzen und den
Rattenfängern auszuliefern!
Vor allem durch Einbindung in die politische Arbeit und in die
Demokratie kann man diesen Personenkreis weitgehend immun machen, gegen
die populistischen und undemokratischen Verlockungen der NPD. Das dies
stets eine Gratwanderung ist und sowohl Konsequenz gegen
undemokratisches Gedankengut und Verhalten als auch Vorbildwirkung
erfordert, dürfte unbestritten sein. Ebenso, dass hieraus immer
wieder einmal Probleme entstehen, wenn doch der eine oder andere
ausschert oder nicht gleich schnell und konsequent genug gegen
Fehlentwicklungen vorgegangen wird. Insgesamt ist dieser Prozess
allerdings wahrscheinlich weitgehend alternativlos.
Mit dem Hinweis auf
einzelne extremistisch ausgerichtete Mitglieder bei Die Linken
schießt
der CDU-Fraktionsvorsitzende Steffen Flath seiner Partei angesichts der
vorab beschriebenen Integrationsbemühungen womöglich gar ein
richtig dickes Eigentor. Bei gewollter und praktizierter Integration
nahezu unvermeidbare und immer wieder auftauchende Schlagzeilen - wie "Empörung über Naziparolen von
CDU-Nachwuchs" und "Weiteres CDU-Mitglied bei
NPD-Demo" zeigen, dass dieser Prozess nicht einfach zu händeln
ist. Der Fall der Zeitschrift "Blaue Narzisse" und
der pennalen Burschenschaft Theodor Körner, welcher auch junge
Mitglieder von CDU und Junger Union Chemnitz angehören, ist ein
beredtes Beispiel, wie unscharf die Grenzen im realen Leben zwischen
Demokrat und Extremist sein können: Wo beginnt der Extremismus und
was ist nur ein Zeichen freier Meinungsäußerung?
Der komplizierten und aufwendigen Aufgabe - diese Menschen
trotz aller Image- und sonstigen Probleme in den eigenen Reihen zu
binden und eben nicht noch weiter nach rechts außen abdriften zu
lassen - hat der Vorstoß von Herrn Flath womöglich gar
ein
Stück die
Legitimation genommen.
Was die CDU
und CSU - zum Teil wohl auch die FDP - auf diesem Gebiet gegen
Rechtsextremismus und Nationalismus leisten, muss auf der linken Seite
allerdings auch gegen Linksradikalismus und Linksextremismus erfolgen.
Die SPD dürfte infolge ihres Rutsches in die Mitte hier weitgehend
die Bindekraft für derart politisch Orientierte verloren haben.
Die Grünen könnten möglicherweise von den
"traditionellen" Parteien noch am ehesten in der Lage sein,
entsprechende Bindekräfte zu entwickeln.
Mit der Formierung von Die Linken kommt jedoch dieser am weitesten
links orientierten Partei die Hauptaufgabe zu, um die
linksextrimistisch und linksradikal orientierten politisch Aktiven zu
binden und im demokratischen Spektrum zu halten. Aus ihrer
Vergangenheit hat diese Partei es allerdings besonders schwer, da sie
selbst als Partei ja noch immer bei Vielen - ob nun begründet oder
unbegründet - im Verdacht steht, selber zum Radikalismus zu neigen
und die Demokratie in Frage zu stellen.
Austritt aus
dem Bündnis gegen Rechts
Auch wenn der Kampf gegen die NPD und
ähnliche Organisationen eine
der ureigendsten Aufgaben von CDU und CSU ist, so könnte ein
Austritt aus dem Bündnis gegen Rechtsradikalismus
möglicherweise eine fatale Fehlentscheidung sein. Zum einen
entsteht hierdurch unötig die Gefahr des Ausbremsen von
gesamtgesellschaftlichen Aktivitäten gegen Rechtsradikalsmus. Zum
anderen grenzt sich die CDU hierdurch selbst aus.
Der Kampf gegen Rechtsextremismus braucht genau wie der Kampf gegen
Linksextremismus die gesamte gesellschaftliche Breite. Ein sich
Ausschliessen bedeutet - sicher ungewollt - eine erhebliche
Schwächung. Ob die CDU diese Schwächung durch eigene -
gesonderte - Aktivitäten kompensieren kann, ist ungewiss. Es
dürfte kaum ausschließbar sein, dass die Rechtsextremisten
von der Spaltung nicht möglicherweise profitieren könnten.
Die Chemnitzer CDU-Stadtratsfraktion hat einen anderen Weg
gewählt. Sie hat zusammen mit den anderen Fraktionen - auch der
von Die Linken - im Stadtrat ihre Zustimmung zum Aktionsplan
für Demokratie und gegen Rechtsradikalismus gegeben,
gleichzeitig aber ihre Standpunkte -
auch die abweichenden - hierzu klar öffentlich thematisiert. Dies
dürfte wohl der bessere Umgang mit dieser Problematik sein.
Negierung
der Realitäten
Jede Diktatur hat ihre Opfer, auch die der
DDR. Selbst wenn die in der
DDR stattgefundenen Verbrechen und Unrechtstaten angesichts der
menschenverachtenden und rassistischen Ideologie sowie der Massenmorde unter dem Hitleregime und der unzähligen Opfer
von Krieg und Vertreibung in ihrem Ausmaß kaum vergleichbar sind,
bleibt die DDR eine Diktatur und auch ein Unrechtsstaat. Die SED - und
hier insbesondere deren Funktionäre - trägt für die
teilweise Pervertierung des Sozialismusgedanken sowie für das
begangene Unrecht die Hauptverantwortung. Schon aus diesm Grund
fällt es vielen schwer, heute einen unbefangenen und
unvoreingenommen Umgang mit einer Partei zu pflegen, wo Teile der
Vertreter des Unrechtsregimes noch immer Mitglied sind. Dies ist
menschlich und politisch nur zu verständlich.
Eine Gleichsetzung der DDR-Diktatur mit der Hitlerdiktatur dürfte
aber genau so falsch sein, wie die Gleichsetzung von Die Linken mit der
damaligen SED oder gar mit der heutigen NPD. Gleiches gilt für den
Sozialismusgedanken mit der Ideologie des Faschismu und Rassismus.
Entscheidend bei der Bewertung des Verhältnis zum Sozialismus muss
die Frage der Stellung zur Demokratie sein. Hierbei ist ein Sozialismus
auf der Basis einer Diktatur für jeden Demokraten unannehmbar.
Anders verhält sich dies für viele, wenn er auf den
Grundsätzen der Demokratie aufbauen sollte. Auch die CDU hatte im
Laufe ihrer Entwicklung schon sehr unterschiedliche - teilweise
bejahende - Auffassungen zur Sozialismusfrage (s.h. Ahlender
Parteiprogramm).
Realität in Sachsen und der Bundesrepublik ist, dass viele
Menschen den Linken mittlerweile zutrauen, den Wandel zu einer
demokratischen Partei geschafft zu haben und für eine Entwicklung
der Bundesrepublik hin zu einem sozialeren aber trotzdem weiterhin
demokratischen Staat zu stehen. Die Ergebnisse der Wahlen zeigen dies -
mittlerweile bundesweit.
Nach der Landtagswahl in Sachsen 2004 verfügte CDU und SPD selbst
mit den Stimmen der FDP und der Grünen über keine
Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag. Eine solche Mehrheit aber wird
für zahlreiche Entscheidungen benötigt. Es war deshalb nur
folgerichtig, dass man sich unter einer CDU-Fraktionsführung von
Fritz Hähle dazu entschloß - trotz aller Vorbehalte - mit
den
Linken zusammen zu arbeiten.
Die Mehrheitsverhältnisse haben sich seitdem nicht geändert.
Umso unverständlicher ist deshalb der Vorstoß von Herrn
Flath
nach dem Wechsel des Fraktionsvorsitzes - riskiert er doch ein
dauerhaftes Stagnieren bei allen Entscheidungen, welche eine
entsprechende Mehrheit benötigen. Das eine derartige Mehrheit nach
der nächsten Landtagswahl ohne Die Linken erreichbar sein wird,
dafür spricht zur Zeit wenig. Warum also dieser Schritt und dieses
Risiko?
Auseinandersetzung
muss inhaltlich erfolgen
Die Zeit, wo der einfache Hinweis auf die
politische Vergangenheit von
Die Linken ausreichte, um die Bürger von einer Stimmabgabe
für diese Partei abzuschrecken, dürfte sich allmählich
dem Ende neigen. Nicht nur der zunehmende Mitgliederwechsel - sondern
auch die veränderte Politik - lassen dieses Szenario zunehmend bei
den Bürgern ins Leere laufen.
Jetzt kommt es deutlich mehr darauf an, politisch und inhaltlich zu
argumentieren, die eigene Politik der Bevölkerung zu
erläutern, um Mehrheiten zu rekrutieren. Diesen Anforderungen
sollte und muss sich die CDU verstärkt stellen, will sie nach der
Landtagswahl 2009 wieder regieren. Mit einer "Basta"-Politik ist
bereits ein Herr Gerhard Schröder gescheitert und der war immerhin
Bundeskanzler.
Anhang:
Handlungsempfehlungen zum Umgang mit
Links- und Rechts-
Extremisten in den Parlamenten von Steffen
Flath,
CDU-Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag
Vorbemerkung:
Extremisten im Sinne der Handlungsempfehlungen sind Rechts- und
Linksextremisten. Von Bedeutung in Landtag und Kommunalvertretungen
sind
die NPD oder „Nationale Listen", die in der Regel NPD dominiert sind,
bzw. die LINKE. Die NPD bekämpft ganz eindeutig die freiheitlich
demokratische Grundordnung. Die LINKE ist differenzierter zu
betrachten. Es gibt verschiedene Flügel von der Kommunistischen
Plattform bis hin zu Pragmatikern.
1.
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Für die CDU kann es keine Zusammenarbeit mit der NPD
und der LINKEN geben. Sind für Mehrheiten Koalitionen oder
zeitweilige Bündnisse notwendig, ist die
Zusammenarbeit mit den unzweifelhaften Demokraten zu suchen. |
2.
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Anträge von Parteien am rechten und linken Rand sind
generell abzulehnen.
Situationsbedingt sollte die inhaltliche Diskussion und
Auseinandersetzung gesucht
werden. Gegen Ausfälle und Aussagen, die dem Ansehen des
Freistaates Sachsen
schaden, ist deutlich und schonungslos gegenzuhalten. |
3.
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Die CDU sollte keine Bündnisse mit der LINKEN zur
Bekämpfung der NPD eingehen.
Diese helfen eher der NPD. Die Zurückdrängung der NPD ist
ureigenste Aufgabe der
CDU. Diese Aufgabe ist antiextremistisch, nicht antifaschistisch
orientiert. |
4.
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Geschäftsordnungen sind wichtig und meist lange Zeit
nicht mehr veränderbar.
Deshalb gründlich bedenken, wie Mehrheiten für Entscheidungen
herbeigeführt werden
können. Das Grundprinzip der Demokratie ist die
Mehrheitsentscheidung. Der
Konsensdrang der Runden Tische hilft in der Praxis meist nicht mehr. |
5.
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Geschäftsordnungen konsequent anwenden. Das
heißt, der Opposition und damit
auch der NPD und Linksfraktion stehen Plätze in Gremien zu. Eine
Stimmenthaltung oder
auch die Wahl in ein solches Gremium ist keine zusätzliche
Legitimation des
extremistischen Abgeordneten, sondern lediglich Respekt vor der
Entscheidung des
Wählers. Dies sollte als Erklärung zum Abstimmungsverhalten
erfolgen. |
6.
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Eigene Anträge oder Wahlvorschläge der CDU
dürfen nur eingebracht werden, wenn
sie eine Mehrheit ohne die Zustimmung von NPD und Linkspartei erhalten.
Folglich ist
eine Abstimmung mit anderen Parteien oder freien Wählern zu suchen. |
Quelle: www.cdu-mittelsachsen.de
Empörung
über Naziparolen von CDU-Nachwuchs
Drei
Mitglieder des JU-Kreisverbandes Lichtenberg hatten sich in einem
gestellten Interview als Neonazis ausgegeben. Das Ganze wurde auf Video
festgehalten und diente angeblich der Übung von Talkrunden. Noch
am Dienstagabend sind die Jungpolitiker aus der Partei ausgetreten.
Drei CDU-Mitglieder, ein NSDAP-Abzeichen
und gestellte Interviewszenen, in denen sie Naziparolen skandieren. Das
alles ist festgehalten auf einem Videoband, das am Dienstag dem
CDU-Landesverband zuging. Für CDU-Landesgeschäftsführer
Dirk Reitze ist das kein Dummer-Jungen-Streich mehr. „So etwas geht gar
nicht“, sagte er.
Zu den Protagonisten des Videos zählt
der Vorsitzende der Jungen Union Lichtenberg, Danny Freymark.
Quelle:
www.tagesspiegel.de/berlin/CDU-Rechtsextremismus-Lichtenberg;art270,2611812
Weiteres CDU-Mitglied bei NPD-Demo
In der
Affäre um Kontakte von CDU-Mitgliedern zu Rechtsextremisten kommt
die Union in Mecklenburg-Vorpommern nicht zur Ruhe. Nach CDU-Angaben
und Medienberichten nahm noch mindestens ein weiterer Christdemokrat an
einer NPD-Demonstration am 1. Mai in Neubrandenburg teil. Der
frühere Vorsitzende der Jungen Union im Kreisverband
Wismar-Nordwestmecklenburg, Jan Paulenz, sei auf einem Foto erkannt
worden, teilte die CDU-Landtagsfraktion mit. Die "Ostsee-Zeitung"
zitierte Paulenz mit der Äußerung, es seien bis zu
zwölf Mitglieder der Jungen Union bei der Veranstaltung der
Rechtsextremisten dabei gewesen.
Der CDU-Kreisvorstand kündigte ein
Ausschlussverfahren gegen Paulenz an, nachdem dieser ein Ultimatum
für seinen Parteiaustritt hatte verstreichen lassen. Erst am
Mittwoch war bekannt geworden, dass der Schweriner Christdemokrat
Jens-Holger Schneider an der rechtsextremistischen Kundgebung
teilgenommen hatte. Mit seinem Parteiaustritt war Schneider einem
Ausschlussverfahren zuvorgekommen."
Quelle:
www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/NPD;art122,2321450
"Blaue Narzisse" und penale Burschenschaft Theodor
Körner
Sowohl
die Burschenschaft als insbesondere die Zeitschrift "Blaue Narzisse"
haben seit längerem die Aufmerksamkeit der
Verfassungsschützer geweckt, ohne bisher jedoch einem
Verbotsverfahren zu unterliegen.
Die Zeitschrift "Blaue Narzisse" wird offiziell als
Schülerzeitschrift vertrieben. Erfreulicherweise wird diese
Zeitung, zu deren Autoren u.a. auch Benjamain-Jan Zschocke (Die
Republikaner) gehört, von den Schülern weitgehend
vollständig geächtet. Die eng mit der Zeitschrift verbundene
penale Burschenschaft Theodor Körner wird von einer Riege
sogenannter "Alter Herren" unterstützt, zu welchen auch Herr
Martin Kohlmann (Stadtrat/ehemals "Die Republikaner") gehört.
Martin
Lochschmidt und Sebastian Schermaul sind wohl die bekanntesten
Mitglieder von Junger Union und CDU, welche auch Mitglieder in der
Burschenschaft sind.
Lokaler
Aktionsplan für Demokratie
Vorlage
des Rahmenkonzeptes im Stadtrat von Chemnitz am 10.
September 2008: „Lokaler Aktionsplan für Demokratie
und Toleranz, gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt"
Die CDU - Fraktion hat dem Konzept
zugestimmt und sich hierzu wie folgt geäußert:
Wir alle
wissen aus den Erfahrungen in unserer Geschichte, was politischer
Extremismus anrichten kann.
Unsere
Demokratie in ihrer Wahrung der Menschenrechte im gegenseitigen
Respekt, mit dem Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit wird immer
wieder gefährdet von machtbesessenen Demagogen, die ihre
Ideologie über die Menschlichkeit stellen.
Manchmal
sind es schleichende Prozesse im Alltag, die fast unbemerkt
ablaufen und den Boden für extremes Gedankengut bereiten.
Dazu zählen das Schönreden eigener Versäumnisse und die
Verklärung der eigenen Vergangenheit, wo nicht mehr zwischen
privatem Erleben und politischen Gegebenheiten differenziert wird.
Andere
Extremisten werben publikumswirksam über populistische Forderungen
und Provokationen.
Historische
Fakten werden verfälscht dargestellt in dem Versuch das kollektive
Gedächtnis zu verändern. Jugendliche Mitbürger ohne die
eigene Erfahrung von Diktatur und Gewalt werden so anfällig
für extremes Gedankengut.
Das
öffentliche Ansehen in den neuen Bundesländern und
besonders in Sachsen leidet unter dem Image politischen
Extremismus Raum zu geben.
In seiner
Regierungserklärung vom 18. Juni 2008 betonte
Ministerpräsident St. Tillich „Arbeit, Bildung und
Solidarität“ als Grundprinzipien seiner Politik im „Freistaat der
Freiheit: für jeden Einzelnen“. Er betonte ausdrücklich die
Wichtigkeit des Ehrenamtes beim Engagement für das
„Zusammenwachsen Europas und gegen Fremdenfeindlichkeit und politischem
Extremismus“.
Unsere
Landesregierung hat auf extremistische Tendenzen in unserem Land
reagiert und auch 2008 ein umfangreiches Förderprogramm für
ein „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ aufgelegt:
I.1. „Der
Freistaat Sachsen gewährt nach Maßgabe dieser Richtlinie
Zuwendungen für Projekte und Maßnahmen, die die
demokratische Kultur in Sachsen fördern und die
Freiheitlich-Demokratische Grundordnung stärken.“
Gefördert
werden dabei u.a. Projekte gegen Extremismus, Rassismus und
Antisemitismus. Demokratische Werte sollen dabei gestärkt und
bürgerschaftliches Engagement unterstützt werden, sowie die
Toleranz und Akzeptanz unterschiedlicher religiöser,
kultureller, ethnischer Zugehörigkeiten oder sexueller
Orientierungen.
Aus
diesem Programm wurde die Erarbeitung des Rahmenkonzeptes der Stadt
Chemnitz mit 7.500 € gefördert. Zusätzliche Förderungen
erhielten 2008 ebenfalls mehrere Freie Träger aus Chemnitz wie zum
Beispiel das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V. mit 20.000
€.
Damit der
lokale Aktionsplan der Stadt Chemnitz überhaupt Erfolg haben und
seine Wirkung entfalten kann ohne auf dem Papier stehen zu bleiben, ist
es jedoch unbedingte Voraussetzung auf seine politische
Neutralität hinzuweisen.
Er
würde in der öffentlichen Wahrnehmung unglaubwürdig,
sollte eine politische einseitige Vereinnahmung von irgendeiner Seite
angestrebt werden.
Der Kampf
gegen demokratiefeindlichen Extremismus darf nicht als Spielball
parteipolitischer Etablierungs- und Rehabilitierungsversuche
missbraucht werden. Damit würde das wichtige Anliegen
bürgerschaftlichen Engagements für unser Land konterkariert.
Die
unrühmlichen Diktaturen Deutschlands mit ihren Auswüchsen und
Strukturen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, Geschichte darf
nicht verfälscht werden. Was wahr ist muss wahr bleiben!
Ein
demokratisches Sachsen braucht Weltoffenheit, Demokratie und Toleranz.
Das ist
die Grundlage unserer gemeinsamen politischen Arbeit!
Wilma Kleinertz
Quelle: www.cdu-chemnitz.de
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