
Verhandlung um einen Kompromiß
zum Volksbegehren
"Zukunft braucht Schule" in Chemnitz
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 28.02.2003
Am 21.03.2003 fanden endlich
Verhandlungen um einen Kompromiß zum Volksbegehren "Zukunft
braucht Schule" zwischen Vertreter des Volksbehren und Vertretern der
Landesregierung unter Vermittlung der Elternräte Sachsens in
Chemnitz statt.
Nach langer Eiszeit gelang es
den Elternräten, die Vertreter der Landesregierung und des
Volksbegehren "Schule braucht Zukunft" unter Moderation des
Landeselternrat Sachsen / Kreiselternrat Chemnitz wieder an einen
gemeinsamen Verhandlungstisch zu bringen.
Möglich wurde dies, nachdem der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Fritz
Hähle in einem öffentlichen Schreiben das
Elternansinnen des Volksantrages / Volksbegehren vor dem
Vorwurf der parteipolitischen Motiviertheit in Schutz nahm und
gleichzeitig weiter Gesprächsbereitschaft mit den
Vertretern des Volksantrages / Volksbegehren signalisierte.
Das Treffen fand am 21.02.2003 im Chemnitzer
Renaissance-Chemnitz-Hotel statt.
Herr Fried Stwrteteschka (Landeselternrat Sachsen/Sprecher Schulen in
freier Trägerschaft) eröffnete die Sitzung und übergab
zunächst an die Vertreter der Landesregierung/CDU. Diese
äußerten Gesprächs- und Einigungsbereitschaft sowie
Offenheit für die Kompromißvorschläge von den fünf
Vertretern des Volksbegehren "Schule braucht Zukunft".
Zur Überraschung der Elternvertreter wurde zunächst seitens
jener klargestellt, daß nicht Elternräte sondern die hier
anwesenden fünf Verterer Ansprechpartner der Landesregierung/CDU
seien.
I.d.F. wurden seitens der fünf Vertreter fünf z.T.
völlig unterschiedliche und sich z.T. auch widersprechende
Statements und Forderungen geltend gemacht, so das de facto eine
Einigung schon aus Unzusammenfaßbarkeitsgründen der
Forderungen eigentlich nicht möglich war.
Am klarsten und den Elternratsinteressen am nahesten waren hierbei die
Ausführungen von Herrn Uwe Stelzmann. Zur Enttäuschung der
Elternratsvertreter waren dahingehend die Äußerungen von
Herrn Jens Herrmann im Wesentlichen die Wiedergabe parteipolitischer
Intentionen der PDS. Die Meinungen der Übrigen befanden sich
dazwischen.
Bildlich gesprochen stellte sich die Situation danach
so dar:
- eine Forderung, daß alle Perlen zukünftig rot sind
- eine Forderung, daß alle Perlen zukünftig blau sind
- eine Forderung, daß alle Perlen zukünftig gelb sind
- eine Forderung, daß alle Perlen zukünftig grün sind
- eine Forderung, daß alle Perlen zukünftig bunt sind
Nur bei Erfüllung aller dieser Forderungen wäre eine
Einstellung des Volksbegehren möglich.
Dies war ein Paradoxum und führte dazu, daß der Vorsitzende
des Kreiselternrates Chemnitz, Thomas Fenner, bei den Vertretern der
CDU nachfragte, ob ein Abbruch dieser Gespräche nicht sinnvoller
wäre.
Im Folgenden übernahm der Stellvertretende Vorsitzende des
Kreiselternrates Chemnitz, Andreas Müller, das Wort und
erläuterte Kompromißvorstellungen
der Elternräte anhand von vorab gefertigten Folien.
Diese Vorschläge, heute weitgehend vollständig im Schulgesetz
wiederfindbar, lösten seitens der Vertreter des Volksbegehren
"Schule braucht Zukunft" einen Sturm der Entrüstung aus. Es war
aus ihrer Sicht nicht hinnehmbar, daß sich die Elternräte
anmaßten, diese eigenen Vorschläge vorzubringen, um damit
das Volksbegehren zu untergraben.
I.d.F. wurde zwar weiter diskutiert, vorwärtsbringende oder den
Konflikt auflösende Vorschläge aber nicht mehr erbracht.
Schließlich einigte man sich, diese Diskussion setzen zu lassen
und sich dann erneut zu treffen. Auf ausdrücklichen Wunsch
der Vertreter des Volksbegehren, insbesondere Herrn Jens
Herrmann, fand diese Folgeberatung unter Ausschluß der
Elternräte statt.
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