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Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz!
Dienstag, 29.07.2003

Autor: Dipl.-Ing. Andreas Müller

Konservativ, Wertkonservativ oder gar Nationalkonservativ?

von Andreas Peter Müller | (c) Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 29.07.2003


Sind die Parteien mit dem "C" konservativ?
Wenn die politische Ausrichtung von CDU. CSU, Junger Union oder Schülerunion charakterisiert wird, wird dies oft vereinfacht mit konservativer Politik gleichgesetzt. Doch ist dem wirklich so?

Konservativ heißt: "erhaltend"! Handelt es sich bei uns um "erhaltende Politik" oder wollen wir nicht viel mehr gestaltende, folglich "verändernde Politik" betreiben? Was soll eigentlich erhalten werden? Alles? Oder nicht eher bestimmte Werte?

In einem Schriftwechsel mit einem Mitglied der Jungen Union bewertete sich jener als zum "nationalkonservativen Flügel" der CDU/CSU gehörend, also zu den "nationalerhaltenden Flügel", was immer dies heißen mag. Welche nationale Aspekte sind hier angesprochen? Gebietsgrenzen oder Kultur, ehemalige Gebiete oder das derzeitige Gebiet der BRD? Ein deutscher Separatismus außerhalb der EU oder die Bewahrung der deutschen Indentität in einem geeinten Europa oder ?

Nach ihrer ursprünglichen Grundausrichtung dürfte wahrscheinlich die christlich-demokratische und christlich-soziale Politik durchaus nicht als "konservative Politik" - als "bewahrende Politik" - schlechthin betrachtet werden. Im Gegenteil, gerade die Parteien CDU und CSU haben in der Vergangenheit bewiesen, daß sie für konstruktive Veränderungen unseres Staates standen.

Gleichzeitig kann festgestellt werden, daß die Politik der Parteien mit dem "C" nach deren Selbstverständnis auf klaren Wertvorstellungen aufbaut. Hier, genau hier, dürfte der konservative Teil und große Trumpf ihrer Politik einzuordnen sein: Möglichst die guten Wertvorstellungen in unserem Volk (Arbeitsamkeit, Solidarität, Freundschaft, Achtung...) zu erhalten, zu pflegen und weiter auszubauen! Der tägliche Lebensrahmen muß jeden Tag neu ausgefüllt und gestaltet werden. Doch will man dies gut tun, wird ein Maßstab benötigt, an dem die Richtung und Qualität der Veränderungen meß- und bewertbar bleibt.

Genau deshalb darf eine Politik in einer Volkspartei mit dem "C" - will sie erfolgreich sein - weder konservativ noch gar nationalkonservativ sein! Sie ist wertkonservativ! Bei der Eigendarstellung tritt dieser Kernpunkt aber nicht selten in den Hintergrund zugunsten einer "allgemeinen Bewahrung" teilweise überlebter Lebensausrichtungen.

Wer die Herzen der jungen Leute und letztlich auch Wahlen gewinnen will, muß klarstellen, daß er nicht Bremser (Erhalter/Bewahrer/Gegner jeglicher Veränderung) sondern konstruktiver Veränderer und Entwickler der Gesellschaft ist und hierfür einen werteorientierten Maßstab (wertkonservativ) zugrunde legt.



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