
Die Rolle der CDU
und ihrer Vereinigungen in der Region
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 07.03.2004
Welche Rolle müsste die
CDU als stärkste politische Kraft in der Region im Allgemeinen und
in Chemnitz im Besonderen spielen?
Seit Jahren
wird gesprochen
- von einer Region "Westsachsen",
- von der Wirtschaftregion "Chemnitz-Zwickau" sowie
- vom "Oberzentrum" Chemnitz.
Meist geschieht dies in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung der
Region. Kaum jemand erwähnt, daß zum wirtschaftlichen
Wachsen insbesondere ein verläßlicher Rahmen aus
einheitlichem politischen Wille sowie einheitlichen politischen Ziele
benötigt wird.
Wie aber kann dies möglich sein, wenn es kein einheitliches
Sprachrohr gibt und Chemnitz (neben Zwickau), als sogenanntes
"Oberzentrum", nicht in der Lage ist, seiner wirtschaftlichen
Bedeutung entsprechend, auch poltisch die Führungsposition in der
Region zu übernehmen, statt dessen ohne klare Ausstrahlung und
Zeichen für die Gesamtregion "Westsachsen"
dahindümpelt", oft nur "Zweite Liga" ist?
Liegt dies wirklich nur daran, daß die CDU im Chemnitzer Stadtrat
zwar die stärkste Fraktion ist, aber nicht die Mehrheit besitzt,
oder daran, daß ein SPD-Oberbürgermeister die Stadt regiert?
Man sollte meinen: nein!.
Der Freistaat Sachsen wird von der CDU regiert. Wirtschafts- und
Infrastrukturentwicklung
haben für Landesregierung und CDU-Fraktion des
Landtages primäre Bedeutung und schaffen relativ günstige
Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Region "Westsachsen".
Im gesamten Gebiet um Chemnitz dominiert politisch die CDU. Mit diesen
bedeutenden Bonus, verbunden mit einer verantwortlichen Politik in den
meist ländlichen und oft strukturschwachen Gebieten, könnten
die Landkreise der Region wuchern.
Chemnitz hat Industrie und Wirtschaftskraft, Namen und Ausstrahlung.
Damit ist Chemnitz gegenüber der Region privellegiert, aber
gleichzeitig auch insbesondere verpflichtet! Die Landkreise brauchen
die Ausstrahlung des Oberzentrums, sowie dieses davon provitieren wird,
wenn die
Gesamtregion wirtschaftlich weiter erstarkt.
Es dürfte an der Zeit sein, über kleinkarierte Ziele und
Grenzen der einzelnen Partner hinaus, besser als bisher, den
Schulterschluß zu suchen. Die Wirtschaft hat dies
glücklicherweise längst getan. Automobilbau, Maschinenbau und
ihre Zulieferer lassen sich bei ihrem Zusammenwirken nicht von
Kreisgrenzen aufhalten, sondern vernetzen sich in der gesamten Region.
Zaghaft ist seit ein paar Jahren auch die regionale Politik
bemüht, dies zu begleiten, wobei noch immer Eigeninteressen der
Körperschaften Gemeininteressen viel zu oft im Wege stehen.
Damit die CDU Westsachsens in der CDU Sachsen auf gleicher
Augenhöhe mit der CDU der Regionen um Dresden und Leipzig mitreden
könnte, bräuchte die Region den Kreisverband Chemnitz als
kräftigen
Motor mit Führungskraft. Andernfalls laufen sich die starken
Kreisverbände im Umfeld mit ihren Bemühungen den
sprichwörtlichen "Wolf", ohne dafür auch die entsprechenden
Früchte zu ernten.
Im Übrigen sollte ausdrücklich darauf hingewiesen werden,
daß Führungsrolle hier sowohl Rechte als auch Pflichten
bedeuten und keinesfalls dahingehend ausgelegt werden sollte, daß
Chemnitz bestimmen soll, was die anderen tun. Wohl aber bedeuten sollte
dies, daß die Impulse, welche im Sinne des Wachsens und Erstarken
der Gesamtregion auf und in dieser wirken und letztlich auch aus ihr
herausstrahlen, entsprechend der Kraft, welche dieses Stadt hat, die
auch ihr CDU-Kreisverband mit samt seinen Vereinigungen und
Sonderorganisationen entwickeln könnte, mitgetragen und initiert
werden.
Führungsrolle heißt in erster Linie Vordenker
und Motor zu sein.
Was bedeutet dies aber für die CDU Chemnitz?
In erster Linie bedeutet dies wohl, den
schnellstmöglichen festeren Schulterschluß mit allen
CDU-Kreisverbänden der Region. Es muß u.a. wieder
selbstverständlich werden, daß Vertretungen des
CDU-Kreisverbandes Chemnitz an den Parteitagen der anderen
Kreisverbände Westsachsens teilnehmen und selbige an denen von
Chemnitz,
daß es innerhalb der Führungsgremien der Kreisverbände
und ihrer Vereinigungen sowie Sonderorganisationen verstärkte und
permanente Vernetzungen gibt und vor allem, daß Erfahrungen
ausgetauscht werden.
Wie
es gehen könnte, zeigen die Erfahrungen aus dem sogenannten
"vorpolitischen Raum" und hier insbesondere aus den Elternräten.
Jenen
ist es uns gelungen, diese
Chemnitzer "Führungsrolle" zum Nutzen aller Kreise zu entwickeln
und umzusetzen. Mit dem "Regional-Elternrat", einem
regelmäßigen Treffen der Spitzen aller Kreiselternräte
unseres Regionalschulamtsbereiches, schufen sie ein Gremium der
permanenten Abstimmung, des Erfahrungsaustausches und insbesondere der
gemeinsamen Meinungsbildung und damit ein gemeinsames Sprachrohr.
Der Kreiselternrat Chemnitz als zahlenmäßig stärkster
und in der Fläche kompakteste Elternrat, leistet die i.d.R. die
Arbeit des Vordenkers, welche dann im Zuge der gemeinsamen
Meinungsbildung gleichberechtigt zu gemeinsamen Zielen weitergeformt
wird. Hierdurch profitieren die Kreiselternräte des Umfeldes von
der Chemnitzer Logistik und Vorarbeit, die Chemnitzer aber zusammen mit
den
Anderen gemeinsam von der deutlich stärkeren Anzahl mit
einheitlicher Zielstellung wirkenden Elternvertreter.
Bezogen auf die CDU der Region "Westsachsen" wäre es
wahrscheinlich ein erster Schritt, genau so ein Gremium
einzuführen, in welchem sich die Kreisspitzen auf gemeinsamer
Klausur über die für die Region wichtige Fragen einigen.
Weitere Schritte könnten dann folgen.
Sowie der Spruch gilt :
"Eine Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied"
gilt auch:
"Ein Motor funktioniert nur so gut, wie seine
Bestandteile aufeinander abgestimmt sind."
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