
Bürgerpartei
CDU
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 15.04.2004
Reformprojekt - Woran
meßbar?
Sporadische Zunahmen
oder Abnahmen der Mitgliederzahlen sagen
wahrscheinlich wenig über die Chancen des Erhalt eines Charakters
als Mitgliederpartei oder gar Bürgerpartei aus.
Ein sehr wichtiger Maßstab wird sein, wie die Mitglieder der
Partei es verstehen, sich in den "Vorpolitischen Raum" einzubinden, wie
es ihnen gelingt, den "Vorpolitischen Raum" mit ihrer Politik
mitzunehmen, ohne ihn für kurzfristige
Ziele zu vereinnahmen. Für die CDU geht es hierbei insbesondere
auch um die Übermittlung ihres Wertemaßstabes als Kompass
bei der Gestaltung einer im Wandel befindlichen Gesellschaft.
Eine Partei neigt ähnlich wie Vereine zu einer Art "Zirkel-" der
"Elitedenken". Dies in der Änlichkeit der Interessenlagen /
Ansichten / Werte begründete "Zirkel-" der "Elitedenken"
muß, so notwendig und sinnvoll es mitunter ist, wieder
stärker einem "Bürgerdenken" weichen. Es muß sich
geöffnet werden, für die Denkweisen Dritter, ohne die eigene
Indentität aufzugeben. Oberste Priorität müssen die
Wünsche, Ängste, Vorstellungen der Bürger haben. Diese
zu kennen und innovativ zu verknüpfen mit der Politik der Partei
(wo immer dies
praktikabel ist) ist eine der großen Herausforderungen der
Zukunft!
Eine weitere große Herausforderung wird sein, den Menschen zu
erklären, WARUM - WAS - WIE geändert werden muß und
WARUM - WO - IN WELCHEM UMFANGE Einschnitte notwendig sind.
Und hier sollte man sich nichts vormachen ... selbst kluge und
überzeugte Parteimitglieder an der Parteibasis können
angesichts der Fülle der diskutierten Änderungen und
Umwälzungen kaum noch vollständig nachvollziehen, was derzeit
angedacht ist ... Teilweise noch zu oft bestimmen Schlagwörter,
Phrasen und allgemeine Floskeln eine viel zu oberflächige
Behandlung elementarer Programme und Prozesse.
Wie aber soll dies dann der Bürger tun, der nicht die unbedingt
die Überzeugungen der Partei teilen muß? Muß der
Bürger, beeinflußt von medienträchtigen Skandalen,
Vettern-
und Mißwirtschaft, folglich nicht ständig die Angst vor
Augen zu haben, (oft nicht ganz unbegründet) daß er nur die
Zeche für das Fehlverhalten einer Kaste zahlen soll? Woher soll
die Einsicht beim Bürger kommen, wenn es der CDU nicht gelingt,
ihn so
zu erreichen, daß er es verstehen kann und will.
Die CDU-Parteiführung in Berlin tut zur Zeit viel, um diesen
Wissens- und
Erkenntnisprozeß voran zu bringen. Es ist aber fraglich, ob es
reicht, angesichts dieses derart grundsätzlichem
Paradigmenwechsels, wie er nur mit den grundlegenden Umwälzungen
nach dem Ende der DDR für die neuen Bundesländer zu
vergleichen ist, mit Großveranstaltungen wie "kleinen
Parteitagen", "Regionalkonferenzen" etc. und ergänzend übers
Internet oder Hochglanzbroschüren, die Wissensvermittlung zu
betreiben, oder ob nicht vielmehr eine intensive Schulung aller
willigen und fähigen Funktionäre erfolgen müßte,
damit diese dies wiederum auf der nächst tieferen Ebene oder bei
den Bürgern tun können.
Hier dürften neue Denkweisen, Schulungsarten usw. gefragt sein,
soll das Reformprojekt nicht scheitern.
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