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Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz!
Donnerstag, 24.06.2004

Autor: Dipl.-Ing. Andreas Müller

Das "C" bei CDU

von Andreas Peter Müller | (c) Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 24.06.2004


Das "C" bei der CDU sollte für "Menschlich sein" stehen, auch wenn in einer Demokratie  wechselnde Mehrheiten oft auch Wechsel in der Führung bedeuten !
Die CDU-Fraktion ist neu zusammen gesetzt und hat nun auch ihren neuen Fraktionsvorstand gewählt. Zunächst erst einmal Herzlichen Glückwunsch allen Gewählten, insbesondere dem neuen Fraktionsvorsitzenden Ullrich Müller, und der ersten chemnitzer Frau in einem CDU-Fraktionsvorstand, Frau Ines Sabarowaski-Richter!
Positiv ist anzumerken, daß der neue Vorsitzende, Dr. Ullrich Müller, weitgehend alle Stimmen auf sich vereinen konnte und somit Grund zur Hoffnung gibt, daß er integrativ auf die Fraktion wirken kann. Weiterhin positiv anzumerken ist, daß mit Frau Ines Sabarowaski-Richter  endlich auch eine Frau im Vorstand der CDU-Fraktion sitzt.
Das Beste der ersten Zusammenkunft der neuen CDU-Fraktion ist aber das klare Bekenntnis zum Eingehen einer Koalition, ganz im Gegensatz zu den Ankündigungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Detlef Müller. Vor der Stadt Chemnitz stehen in den nächsten Jahren Grundsatzentscheidungen und der Zwang zu langfristigen Planungen. Ein beliebiges Wechselspiel der Mehrheiten käme angesichts der vor dem Stadtrat stehenden Aufgaben einem "Russischen Roulette" gleich.
Gegen einen Führungswechsel in der CDU-Fraktion, so wie am Mittwoch Abend erfolgt, ist prinzipiell nichts einzuwenden, so lange klare Personal- und Mehrheitsentscheidungen und die Einhaltung der demokratischen Spielregeln vorliegen. Demokratie lebt nun einmal davon, daß Mehrheiten sich durchsetzen und diese bestanden offenbar. Die Art und Weise allerdings, wie dieser Wechsel am Mittwoch Abend vollzogen wurde, sollte alle zum Nachdenken anregen. Als Mitglieder einer christlichen Partei sind insbesondere die Funktionäre und Stadträte in erster Linie Grundwerten verpflichtet. Und hierzu dürfte ganz besonders der menschliche Umgang miteinander zu zählen sein.
Herr Georg Schäfer, unabhängig wie jeder Einzelne zu ihm steht, hat es nicht verdient, daß er so ins offene Messer geschickt wird, zumal die Mehrheitsfindung/-bildung für den Wechsel mit großer Sicherheit nicht spontan erfolgte. Es erscheint unbegreiflich, wie bei einer gerade mal 14 Personen zählenden Fraktion es nicht möglich sein kann, einen verdienten Parteifreund und stellvertretenden Kreisvorsitzenden davor zu bewahren, sich der Lächerlichkeit preiszugeben. Ist das der Umgang miteinander in einer christlichen Partei?
Diese Mini-Fraktion, auf die die Chemnitzer CDU-Mitglieder trotz alledem ihre Hoffnungen setzen, hat damit bereits die ersten tiefen Kratzer im sowieso schon matten Lack des Wahlergebnisses. Der menschliche Umgang miteinander und die Achtung voreinander ist am gestrigen Mittwoch, ohne Rücksicht auf die verletzende und zerstörende Wirkung auf den Menschen Georg Schäfer, leider auf der Strecke geblieben.
Es ist allen Beteiligten in dieser Fraktion zu wünschen, daß sie sich auf das zurück besinnen, wofür sie von der CDU-Basis nominiert wurden, die Grundwerte der Partei!  Hierfür benötigen sie Kraft und innere Stärke! So wichtig und richtig Personalentscheidungen für den Einzelnen auch sein mögen, der menschliche Umgang miteinander hat insbesondere in einer Partei mit dem "C" an oberster Stelle zu stehen!
Herrn Georg Schäfer sollte noch einmal ganz herzlich dafür gedankt werden, was er in den letzten Jahren für die Chemnitzer CDU geleistet hat und es ist ihm zu wünschen, daß dieser Tag nicht zu tiefe Wunden bei ihm hinterläßt.



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