Die
CDU-Fraktion ist neu zusammen gesetzt und hat nun auch ihren neuen
Fraktionsvorstand gewählt. Zunächst erst einmal Herzlichen
Glückwunsch allen Gewählten, insbesondere dem neuen
Fraktionsvorsitzenden Ullrich Müller, und der ersten chemnitzer
Frau in einem CDU-Fraktionsvorstand, Frau Ines Sabarowaski-Richter!
Positiv ist anzumerken, daß der neue Vorsitzende, Dr. Ullrich
Müller, weitgehend alle Stimmen auf sich vereinen konnte und somit
Grund zur Hoffnung gibt, daß er integrativ auf die Fraktion
wirken kann. Weiterhin positiv anzumerken ist, daß mit Frau Ines
Sabarowaski-Richter endlich auch eine Frau im Vorstand der
CDU-Fraktion sitzt.
Das Beste der ersten Zusammenkunft der neuen CDU-Fraktion ist aber das
klare Bekenntnis zum Eingehen einer Koalition, ganz im Gegensatz zu den
Ankündigungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Detlef Müller.
Vor der Stadt Chemnitz stehen in den nächsten Jahren
Grundsatzentscheidungen und der Zwang zu langfristigen Planungen. Ein
beliebiges Wechselspiel der Mehrheiten käme angesichts der vor dem
Stadtrat stehenden Aufgaben einem "Russischen Roulette" gleich.
Gegen einen Führungswechsel in der CDU-Fraktion, so wie am
Mittwoch Abend erfolgt, ist prinzipiell nichts einzuwenden, so lange
klare Personal- und
Mehrheitsentscheidungen und die Einhaltung der demokratischen
Spielregeln vorliegen. Demokratie lebt nun einmal davon, daß
Mehrheiten sich durchsetzen und diese bestanden offenbar. Die Art und
Weise allerdings, wie dieser Wechsel am Mittwoch Abend vollzogen wurde,
sollte alle zum Nachdenken anregen. Als Mitglieder einer christlichen
Partei sind insbesondere die Funktionäre und Stadträte in
erster Linie Grundwerten verpflichtet. Und hierzu dürfte ganz
besonders der menschliche Umgang miteinander zu zählen sein.
Herr Georg Schäfer, unabhängig wie jeder Einzelne zu ihm
steht, hat es nicht verdient, daß er so ins offene Messer
geschickt wird, zumal die Mehrheitsfindung/-bildung für den
Wechsel mit großer Sicherheit nicht spontan erfolgte. Es
erscheint
unbegreiflich, wie bei einer gerade mal 14 Personen zählenden
Fraktion es nicht möglich sein kann, einen verdienten Parteifreund
und stellvertretenden Kreisvorsitzenden davor zu bewahren, sich der
Lächerlichkeit preiszugeben. Ist das der Umgang miteinander in
einer christlichen Partei?
Diese Mini-Fraktion, auf die die Chemnitzer CDU-Mitglieder trotz
alledem ihre Hoffnungen
setzen, hat damit bereits die ersten tiefen Kratzer im sowieso schon
matten Lack des Wahlergebnisses. Der menschliche Umgang miteinander und
die Achtung voreinander ist am gestrigen Mittwoch, ohne Rücksicht
auf die verletzende und zerstörende Wirkung auf den Menschen Georg
Schäfer, leider auf der Strecke geblieben.
Es ist allen Beteiligten in dieser Fraktion zu wünschen, daß
sie
sich auf das zurück besinnen, wofür sie von der
CDU-Basis nominiert wurden, die Grundwerte der Partei!
Hierfür benötigen sie Kraft und innere Stärke! So
wichtig und richtig Personalentscheidungen für den Einzelnen auch
sein mögen, der menschliche Umgang miteinander hat insbesondere in
einer Partei mit dem "C" an oberster Stelle zu stehen!
Herrn Georg Schäfer sollte noch einmal ganz herzlich
dafür gedankt werden, was er in den letzten Jahren für die
Chemnitzer
CDU geleistet hat und es ist ihm zu wünschen, daß dieser Tag
nicht zu
tiefe Wunden bei ihm hinterläßt.