
Kreiselternrat Chemnitz mit
Beratendem Bürger im Schulausschuß oder nicht?!
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 30.12.2004
Dilemma Sachkundiger Einwohner
im Schulausschuss !
Alles
könnte so einfach sein .......
Es könnte so einfach sein, wäre da nicht das provinzlerische
parteipolitische Taktieren um Personalien ohne Entscheidungsgewalt!
Man müßte denken, daß die Wellen, welche das
"Theater" um die Wahl des Vertreters des Kreiselternrat Chemnitz als
"Beratenden Bürger" im Schulausschuß des Stadtrat Chemnitz
2001 geschlagen hatte, allen Beteiligten eine Lehre gewesen
sein müßte. Aber wohl weit gefehlt!
"Beratender Bürger" oder auch "Sachkundiger Einwohner" genannt,
ist, wie schon der Name nachhaltig zum Ausdruck bringt, ein
nicht-stimmberechtigtes Mitglied eines Ausschusses, welches bei der
Arbeit im Ausschuß, den Stadträten mit seinem tiefer
ausgeprägtem Fach- oder/und Praxiswissen beratend zur Seite stehen
soll.
Der Kreiselternrat nominierte seinen Vorsitzenden, Herrn Okoniewski,
für die Wahl zum "Beratenden Bürger". Ein entsprechendes
Schreiben ging an alle Stadtratsfraktionen.
Unterstützung fand Herr Okoniewski u.a. in den Aussagen von Herrn
Bürgermeister Brehm und dem ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden
Georg Schäfer. Positive Signale kamen auch aus der PDS-Fraktion
über Herrn Siegel.
Herr Okoniewski fand aber weder eine Mehrheit in der CDU-Fraktion
(welche sich mehrheitlich dem Vorschlag von Herrn Höfler
anschloß und dessen Stieftochter nominierte) noch im Stadtrat, wo
die Kandidatur von Herrn Okoniewski durch den CDU-Stadtrat Georg
Schäfer nochmals seperat eingebracht wurde.
Unmittelbar vor der Stadtratssitzung hatte es laut Aussage von
CDU-Stadtrat Herrn Höfler eine Einigung der Fraktionen gegeben,
daß durch Satzungsänderung eine Aufstockung der Zahl der
"Beratenden Bürger" erfolgen und die von Schülerrat und
Kreiselternrat nominierten Kandidaten automatisch ergänzend als
"gesetzt" gelten sollen.
Diese Vereinbarung beinhaltete darüber hinaus, daß beide
Vertreter bis zur Satzungsänderung analog dem Vertreter des
Regionalschulamtes an den Sitzungen teilnehmen dürfen.
Während in der Stadtratssitzung entgegen dieser Aussagen der
Schülerratsvertreter direkt in den Ausschuß gewählt
wurde, stellte sich "überraschend" heraus, daß die Teilnahme
von Herrn Okoniewski an den Sitzungen bis zur Satzungsänderung aus
rechtlichen Gründen verweigert werden mußte.
Somit fehlt der Vertreter des Kreiselternrat bei allen Beratungen zur
Schulnetzplanung im Ausschuß, und dies zu einem Zeitpunkt, wo
über weitere Schließungen bei Mittelschulen und die
Streichung von Investitionsmaßnahmen an Schulen (insbesondere
Gymnasien) entschieden werden soll.
Mittlerweile existiert ein Entwurf, der die "automatische"
Übernahme des Vertreters des Kreiselternrates als
zusätzlichen "Beratenden Bürger" fixieren soll. Kurioser
Weise noch immer offen ist aber, ob unmittelbar nach der
Satzungsänderung die Nachnominierung/Nachwahl erfolgen soll, oder
gar erst mit der Wahl des nächsten Stadtrates.
Auch wenn es für den steuer- und abgabenzahlenden Bürger in
unserer Stadt wenig nachvollziehbar ist, warum für eine derartige
Lösunge eine Aufstockung der Anzahl "Beratender Bürger"
(statt Abberufung und Ersatz) notwendig ist und es für die
Elternvertreter im Ehrenamt im Besonderen ärgerlich und
depremierend ist, zum Zeitpunkt wichtiger Entscheidungen ihre Meinung
nicht informativ in die Beratung des Schulausschuß zu
Schulnetzplanung und Schulsanierung einbringen zu dürfen, so
ist doch die jetzt in Aussicht gestellte Lösung, wenn sie denn
kommt und sofort umgesetzt wird, eine praktikable Sache, um die
Entstehung solcher wirklich absolut unnötigen Vertrauensverluste
bei den Bürgern, wie durch das letrztmalige und diesmalige
Vorgehen zur Wahl zukünftig zu vermeiden.
Drücken wir gemeinsam die Daumen, daß es nicht am Ende
für den Kreiselternratsvertreter doch heißt: " für die
Beratung nicht wünschenswert!" , sondern die Umsetzung
schnellstmöglich erfolgt.
|
|