
"Figürliches
Glockenspiel"
von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 21.04.2005
Deutlicher kann man
Prämissen nicht setzen!
Die
Stadt Chemnitz bekommt ein Glockenspiel geschenkt und bezahlt
hierfür 40.000 Euro - sozusagen als kleine Spende (nicht einmal
10% der Gesamtkosten). Soweit so gut. Doch wo wird das Geld hergenommen?
Das Geld kommt aus Einsparungen im Verwaltungshaushalt! Das klingt
ebenfalls gut.
Nun sollte man annehmen, das diese Einsparungen im Bereich des
Kulturhaushaltes liegen, denn es handelt sich ja um eine Kulturausgabe.
Fehlanzeige!
Das Geld kommt aus dem Bereich Schulen! Dort hat die Stadt im Gegensatz
zum Kulturbereich angesichts der zahlreichen ungenügend oder gar
nicht sanierten Schulen, WC-s und Fachkabinette, sowie angesichts der
in nicht unbedeutender Anzahl vorhandenen defekten
Hallenfußböden, "keinen" Finanzbedarf, so daß hier in
"Ruhe" Umschichtungen zugunsten der Kultur stattfinden können,
weche ja mit ihren gigantischen Großprojekten sowieso mit zu
"geringen" Finanzmitteln beglückt ist!
Bei der Argumentation zu "unvermeidbaren" Schulschließungen wird
neben der Kinderzahl in zunehmenden Maße die Finanzsituation der
Stadt bemüht. Seit Monaten gärt es unter der Oberfläche
zu den Einsparungen bei der Reinigung der Schulen. Dies wäre noch
zu verkraften, wenn die eingesparten Mittel für längst
überfällige dringende Reparaturen an Schulen Verwendung
fänden.
Doch mit der gestrigen Entscheidung hat sowohl Verwaltung als auch der
bisherige Stadtrat klar gestellt, nicht blos im
Investitionshaushalt hat Kultur Vorrang vor Schulen und
Kindergärten, sondern auch im Verwaltungshaushalt - Nicht Bildung
und Schulen haben oberste Priorität - sondern Kultur- und
Prestigeobjekte!
Eine katastrophale Wegweisung für die junge Generation und die
Zukunft unserer Stadt!
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