
Presseerklärungen und
Schriftverkehr
Pressemitteilungen von Heinz Eggert |
Bearbeitet von Andreas Peter Müller | (c)
Chemnitz-Report! Unabhängiges Journal aus Chemnitz! | 01.12.2008
Schriftverkehr von Heinz
Eggert (CDU) mit Herrn Karl Nolle (SPD) zu dessen
Veröffentlichungen über Ministerpräsident Stanislaw
Tittlich (CDU)!
Die Eröffnung: Presseerklärung
vom 29.11.2008
Presserklärung
zum geschönten Lebenslauf von Karl Nolle auf der Internetseite des
Sächsischen Landtages
(http://www.landtag.sachsen.de/de/abgeordnete_fraktionen/abgeordnete/abgeordneter.do/721?)
Offenheit und
Transparenz sind keine Einbahnstraße.
Wenn der Landtagsabgeordnete Karl Nolle (SPD) sie -
zu Recht- von
allen in der DDR geborenen Politikern einfordert, erwarte ich das auch
von Politikern, die nach der Wende aus der Bundesrepublik Deutschland
nach Sachsen gekommen sind.
Ich erwarte, dass Karl Nolle öffentlich und
transparent macht, wann,
wie lange und warum er damals aus der West- SPD ausgeschlossen worden
ist. Wer so fordernd auftritt wie er, kann sich keinen geschönten
Lebenslauf leisten. Die Öffentlichkeit hat ein Anspruch auf
Informationen und Wahrheit.
Oybin,29.11.2009

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Part 2:
Presseerklärung vom 01.12.2008
Pressemitteilung
Heinz Eggert MdL
Wer bei sich an der
Wahrheit spart, kann sie nicht total von anderen einfordern.
Heinz Eggert fordert schonungslose Offenheit von Karl Nolle. „Mich
irritiert, dass der Ausschluss von Karl Nolle aus der SPD im Jahr 1986
nicht mit einem Wort in dem im Landtagshandbuch (1999, 2004,
www.landtag.sachsen.de ) dargestellten Lebenslauf erwähnt wird“,
sagte
Eggert. Wer so wesentliche Punkte in seinem politischen Lebenslauf
verschweigt, kann nicht für Offenheit und Transparenz stehen.
Dresden, den 01. Dezember 2008 |
Part 3: Antwort von Karl Nolle mit
einem "Offenen Brief" auf die Presseerklärungen
von Heinz Eggert
Karl Nolle, MdL
0173-9219870
Offener
Brief
Lieber Heinz Eggert,
diversen Medien habe ich entnommen, dass Du bei mir eine intransparente
Biografie vermutest und dies insbesondere auf meine persönlichen
Erfahrungen mit der SPD beziehst.
Schon der zur Wende 13 jährige "erfahrene DDR Bürger"
Kretschmer
meinte, nur wer hier gelebt habe hätte das Recht , sich zur
DDR
Geschichte zu äußern, also die Geschichte der alten Griechen
dürfen nur
die alten Griechen schreiben und Geschichte dürfe immer nur
von
Zeitzeugen untersucht werden.....
Entschuldigung, als Historiker kann ich mich nur wundern.
Allerdings bin ich nicht erstaunt, dass nur 1 % der Hochschullehrer in
Sachsen Historiker aus dem Osten sind, und 99% aus dem Westen kommen,
nach dem die Unis vom SED Makel gesäubert worden sind.
Wer den 0,8 % Anteil von Block-CDU MItgliedern an der
Gesamtbevölkerung der DDR oder die 0,1 % CDU Karrieristen zu
normalen
DDR Biografien umdefinieren will, wie Stanislaw Tillich, hat seine
Gründe. Es hilft ihm aber bei seinem Problem, dass er mit sich
selber
hat, nichts. (immerhin ca. 36% aller Staatsfunktionäre der
DDR hatten
das Mandat der Block CDU.)
Im Übrigen lenkt diese durchsichtige Methode davon ab, dass es bei
der
von mir angestoßenen DIskussion weder um die Geschichte der
Täter noch
um die Opfer der SED Diktatur geht oder um die Mitläufer und auch
nicht
die Angehöriger keiner dieser Zuordnung, sondern
ausschließlich um den
heutigen wahrhafigen Umgang mit eigener Geschichte. Und vom
Ministerpräsidenten, einem christdemokratischen allemal,
sollte man
diese Aufrichtigkeit erwarten und nicht die Vorspiegelung
politischer
Demenz, die dann stückchenweise durch die Tatsachen gerade
gerückt
werden muß.
Nun zu Deiner wichtigen Frage an mich.
Seit Beginn meiner Landtagstätigkeit 1999 findest Du in
unveränderter
Form auf meiner Hompage einen kurzen und zwei lange Lebensläufe,
einen
beruflichen und einen politischen Lebenslauf, in dem der Rauswurf und
Wiedereintritt dokumentiert ist. Davon können sich die über
60.000
Besucher meiner Seite täglich überzeugen.
Hier der link dazu:
http://www.karl-nolle.de/karlnolle/polleben.php
Falls Du einen Landtagskollegen (oder Kollegin) finden solltest, der
deutlichere Transparenz seines politischen und berufliches Leben
geschaffen hat, gib mir einen HInweis.
Nun zu den Gründen und Hintergründen meines Ausschlusses1986,
den ich
im Internet dargestellt habe und zu drei Reglementierungs- und
Einschüchterungsversuchen "meines schändlichen politischen
Verhaltens"
durch Gremienbeschlüsse und Schiedsgremien meiner Partei:
1) 1986 wurde ich aus der SPD-Hannover ausgeschlossen,
wegen
"Unterstützung einer feindlichen Organisation" (DIE GRÜNEN)
wegen
Aufruf zu einer Wahlkampagne "Erststimme der SPD, Zweitstimme den
Grünen. Für eine rot/grüne Mehrheit gegen die CDU". Ich
hatte damals
diesen Aufruf initiert und mit 100 anderen Bürgern, darunter
vielen SPD
Mitgliedern als große Anzeige in der Tageszeitung
veröffentlicht.
Resultat war der sofortige Ausschluss ohne Parteiordnungverfahren. Ein
halbes Jahr später machte der Hessiche MP Börner (SPD) mit
Turnschuhfischer von den Grünen in Hessen die erste rot/grüne
Koalition
in einem Bundesland.
Ich habe in meiner langjährigen Zeit in der SPD immer wieder
gelernt,
"dass es leichter ist, mit der Partei zu irren, als gegen sie Recht zu
haben."
2) So war das auch 1986 beim Rauswurf oder in den
Siebzigern. Als
Juso machte ich mich unbeliebt , da ich die verheimlichte
Karriere
eines Nazi-Jugendbuch-Autors öffentlich machte, der im Krieg
Jugendheldenbücher über die stolze Wehrmacht und die
dreckigen Fratzen
der Niggersoldaten bei den Allierten schrieb. Dieser Mann war unerkannt
zum Chef der Bundes-Medienholding der SPD geworden. Ich bekam eine
Parteiordnungsverfahren wegen Beleidigung und Verächtlichmachung
von
führenden Funktionsträgern der SPD, bevor er seinen Hut
nehmen mußte.
3) Ich erinnere mich auch an ein weiteres
Parteiordnungsverfahren,
als ich die Korrumpierungs- und Bestechungsversuche eines
niedersächsichen Innenministers öffentlich machte, der
mir einen
"schönen Job" im Ministerium anbot, wenn ich ihm den
Landtagswahlkreis
sicherte, in dem ich als Jusochef "zufälligerweise"
wichtigen Einfluss
hatte. Der Minister war öffentlich blamiert und mein Verfahren
wurde
wieder eingestellt.
4) Das erste Parteiordnungsverfahren erhielt ich
übrigens, als ich
mich in einem Vortrag zur SPD Geschichte in der Weimarer Republik
angeblich "verächtlich" zu den historischen Fehlern unseres
damaligen
Parteivorsitzenden Erich Ollenhauer (Ollenhauer war der Vorsitzende im
Zeitabschnitt zwischen Schuhmacher und Brandt) äußerte, der
als
Reichsvorsitzender der Arbeiterjugend (den damaligen Jusos) im Herbst
1932, ein halbes Jahr vor der Machtergreifung der Nazis, den gesamten
Berliner Verband der Arbeiterjugend auflöste und zwar wegen
"Vorbereitung illegaler politischerTätigkeit", die darin bestand,
dass
im Sommer/Herbst 1932 eine große Mehrheit der Berliner "Jusos",
darunter Karl Nolle, mein Vater, begannen, Ihre Adressbücher zu
vernichten, sich nur noch in Dreiergruppen trafen und andere
Namen
gaben. Auch das Parteiordnungsverfahren hatte keinen Erfolg.
Gottseidank hatten manche der gernegroßen "Scharfrichter" in
meiner
Partei, die ich damals gelegentlich kennenlernte und die leider
immer
noch nicht ganz ausgestorben sind, nicht die Macht, mich "an die
Wand
zu stellen oder einzubuchten".
Herzlichen Gruß
Karl Nolle, MdL
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Part 4:
Antwort von Heinz Eggert auf den "Offenen Brief" von Karl Nolle vom
01.12.2008
Heinz Eggert MdL
Erwiderung auf dem
offenen Brief von Karl Nolle ( s.u.)
Lieber Karl Nolle,
viel schreibst Du und wenig erklärst Du.
Deshalb erkläre ich noch einmal meine Nachfrage:
Ich habe
nachgefragt, warum
Du dem sächsischen Wähler und politisch Interessierten im
Handbuch des
Landtages (1999 wie auch 2004) und auf der Internetseite
des
Landtages nur Deinen Eintritt in die SPD mitteilst, aber Deinen
Parteiausschluss und die Gründe dafür, sowie das Datum
des
Wiedereintritts in die SPD verschweigst.
Ein Parteiausschlussverfahren ist keine Nebensächlichkeit in einer
politischen Biografie.
Deshalb warte ich auf diese Antwort immer noch.
Den Verweis auf Deine eigene Selbstdarstellung- Homepage
würdest Du
bei anderen ganz bestimmt auch nicht als Antwort akzeptieren. Deshalb
bleibe nicht unter den von dir selbstgesetzten Ansprüchen.
Lebensläufe müssen schon überall gleich dargestellt
sein, besonders in
den Publikationen des Landtages, damit die Öffentlichkeit sich ein
Bild
machen kann.
Offenheit
und Transparenz sind keine Einbahnstraße.
Wenn Du sie - zu Recht- von allen in der DDR
geborenen Politikern
einforderst, erwarte ich das auch von Politikern, die nach der Wende
aus der Bundesrepublik Deutschland nach Sachsen gekommen sind.
Dein Satz im Interview der sächsischen Zeitung am 28.11.2008
„Die Geschichte der Griechen könne ja auch nicht von den Griechen
selbst geschrieben werden.“
offenbart Deine geballte Arroganz in dieser Sache.
Ich bin sehr für sachliche Aufklärung und habe
mich nie vor das CDU -Blockflötentum in der DDR
gestellt.
Ich spreche auch keinem Westdeutschen seine Urteilskraft ab, wenn er
sich bemüht hat das Leben und die Strukturen in der DDR zu
verstehen.
Wer aber glaubt, ehemalige DDR-Bürger könnten ihre eigene
Geschichte
nicht beschreiben oder bewerten stellt sich für mich
außerhalb dieser
Diskussion.
Besprich das mal mit Deinen eigenen SPD Genossen, die aus der DDR
stammen.
Manchmal ist Nachdenklichkeit angemessener als „Sachbücher“ mit
Schaum vor den Mund zu schreiben.
Beste Grüße und einen schönen
Advent
Heinz Eggert |
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